Wein in Montreal

„Laut, farbenfroh und ungewöhnlich“ – das waren die Eckpunkte des Briefings mit dem Auftraggeber.

Daraus entwickelte das örtliche Architekturbüro Ménard Dworkind in Montreal das Design der Weinbar mit dem bezeichnenden Namen Vinvinvin. Anregungen für den Entwurf waren auch die verschiedensten Weinflaschen mit ihren bunten, oft grafisch außergewöhnlichen Labels. Zusammen mit purpurfarbenen Fliesen und geometrischen Mustern gibt das Ganze eine wilde Mischung von Textur und Farbe ab, so gar nicht das Image einer traditionellen Weinbar – aber das war ja Absicht.

Designkonzept während Weinverkostung entwickelt

In der 153 Quadratmeter großen Bar werden nur Naturweine serviert. Sie wachsen ohne Pestizide und sind kontrolliert organisch fermentiert. Während des ganzen Fermentierungsprozesses wird nichts zu der Flüssigkeit hinzugefügt. Das Designkonzept entwickelte sich während einer Weinverkostung und den Anhaltspunkt gaben eben die farbenprächtigen, grafischen Labels und Etiketten der Flaschen. Ein schwarz/weißes Muster findet sich gleich beim Eingang an der Wand: Dieses grafische Element bezieht sich auf die Weinetiketten und in weiterer Folge waren diese auch für den Mosaikboden im hinteren Teil der Bar ausschlaggebend.

Tief purpurne Fliesen versinnbildlichen den roten Wein und bedecken den Sockel der Wände und der kurvenförmigen zentralen Theke. Diese wiederum trennt die Küche vom Sitzbereich und teilt das Restaurant in verschiedene Zonen. Ein dunkler Holzboden liegt dort, wo keine bunten Mosaikfliesen sind. Die Architekten suchten die Einrichtungsgegenstände bei Vintagehändlern, in Antiquitätenläden, bei Auktionen und in alten Weinkellern. Eine alte Kommode wurde mit einer Travertinplatte versehen und dient nun zur Kühlung der Weinflaschen. Die Lampen an den Wänden stammen aus einem ehemaligen Lagerhaus und sind mit bunt bemalten Metallplatten aufgepeppt.

Text: Peter Reischer

Fotos: David Dworkind