Weibliche Kampfansage

Frauen werden in unserer noch immer männerdominierten Gesellschaft oft als schwach gesehen. Die Ungleichbehandlung von Frauen ändert sich nur langsam, Quotenregelung und #metoo-Debatten verkommen zu Scheingefechten.

Dagegen setzt die Künstlerin Helena Hauss nun „handfestere“ Argumente. Sie entwarf handbemalte Waffen im Stil der Delfter Keramik um die weibliche Position zu unterstützen.

Delfter Keramik mit den typischen blauen Mustern und Farben ist üblicherweise als Porzellan, Geschirr und Accessoires zu sehen, ein Bereich, der automatisch nicht den Männern, sondern eben der Frau zugeschrieben wird. Hauss hat eine Serie höchst unkonventioneller Gegenstände in diesem „weiblichen“ Stil entworfen: einen Morgenstern, eine Handgranate, einen Baseballschläger und eine Axt. Die in Paris beheimatete Künstlerin, die üblicherweise mit einem feinen, blauen Kugelschreiber arbeitet, sieht diese Serie mit dem Titel „Hell hath no Fury“ als eine Versinnbildlichung der inneren Stärke und Wut der Frauen, wenn sie auf Klischees fixiert werden. Auch die komplexen, floralen Kompositionen und die fein ausgearbeiteten botanischen Motive, die diese gefährlichen Objekte überziehen, stellen einen scharfen Kontrast zwischen Zerbrechlichkeit und Ärger dar.

Die Künstlerin sieht ihre Arbeit als den Ausdruck einer Raffinesse, der sich mit Weiblichkeit verbindet, sowie den Versuch einer Abwehr dieses Eindruckes der Verletzlichkeit, der den Frauen immer aufgezwungen wird. „Wir sind nicht aus Glas, Porzellan oder Kristall, wir zerbrechen nicht, wir sind bereit, uns zu wehren“, sagt sie.

Text: Peter Reischer

Fotos: Helena Hauss