Sanieren statt neu Bauen

Der vom German Design Council ins Leben gerufene ICONIC Award „Innovative Architecture“ ist der erste unabhängige, internationale Architektur- und Designwettbewerb, der die Interaktion zwischen verschiedenen Disziplinen berücksichtigt.

Beim diesjährigen Award konnten gleich zwei Sanierungen der 4a Architekten die Jury überzeugen. Der von ihrem Büro sanierte Badepark Vitalbad Kusel (Naturregion Pfälzer Bergland) erhielt die Auszeichnung Selection und das Projekt zeigt, dass mit etwas Aufwand – aber wesentlich weniger CO2 Ausstoß – ein fröhliches, zeitgemäßes Ergebnis erzielt werden kann.

Farben und eine neues Konzept haben aus einem abgewirtschafteten Bad eine Wohlfühloase gemacht.

Attraktivität und Wohlfühlfaktor steigern

Gestalterisches Ziel war es, den funktionalen Neubau als attraktive Badelandschaft mit hoher Aufenthaltsqualität und eigenständigem Charakter zu entwickeln und Synergieeffekte maximal auszuschöpfen. Ziel der Sanierung war es, die Attraktivität des Badeparks zu steigern und den Wohlfühlfaktor zu erhöhen sowie das Bad technisch auf den aktuellen Stand zu bringen. Um künftig einen wirtschaftlichen Badebetrieb zu ermöglichen, musste das Gebäude nahezu vollständig bis zur Badeplatte rückgebaut werden. Lediglich das Untergeschoss und der Rutschenturm blieben erhalten.

Farbenfrohe Gestaltung erzielt heitere Atmosphäre 

Sämtliche Gebäudeteile aus dem Bestand wurden bis auf den Rohbau zurückgeführt und mit neuen Oberflächen an Boden, Wand und Decke versehen. Form und Geometrie von Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken blieben im Bestand erhalten, wurden jedoch neu gefliest und die Sprunganlage ausgetauscht. Eine farbenfrohe Gestaltung zieht sich durch das gesamte Gebäude. Insbesondere die frische Deckengestaltung verleiht dem Vitalbad eine eigene Identität und heitere Atmosphäre. Im Kontrast dazu wurden die Wand- und Bodenflächen in ruhigen, dunklen Farbtönen gestaltet. Das zusätzliche Badeangebot mit neuem Kinderbereich und Warmsprudelbecken sowie die erweiterten Aufenthalts- und Liegeflächen steigern ebenfalls die Aufenthaltsqualität im neuen Badepark. 

Text: Peter Reischer
Fotos: David Matthiessen