Lollipop und Fliesen

Es ist der Traum jedes Kindes – Lollipops, Drops und Zucker, wohin man blickt. Aber auch Erwachsene sollen und können sich in dem neuen Restaurant Cinnamon in Dublin wohlfühlen. In dessen Innenräumen, gestaltet von Kingston Lafferty Design (KLD) taucht der Besucher in eine Traumwelt ein. 

Hier wird eine Mischung von Verspieltheit und Humor zelebriert. Das Briefing ergab keinerlei Einschränkungen und eine ideale Ausgangsposition für die Architekten: Ein leer stehendes Verkaufslokal sollte in ein Restaurant, Café und Takeaway mit einer neuen Küche und einer Bar auf einer Mezzaninebene umgestaltet werden. 

Pink und Maroni

Innenarchitektin Róisín Lafferty nahm sich bei der Farbpalette Anleihen bei den schon bestehenden zwei Filialen von Cinnamon, ein Pink und ein maronifarbener Farbton bilden den Ausgangspunkt. Was aber nicht hieß, dass nicht auch blau, ein dunkles Grün und grau zum Einsatz kommen sollten. Ebenso arbeitete sie mit Maßstabsverzerrungen, Traumlandschaften und Installationen. Jedes einzelne Element wurde speziell entworfen und gestaltet, um die Besucher in Bann zu ziehen und zu Interaktionen mit den verschiedenen Zonen anzuregen. Alle Leuchtmittel (an überdimensionierte Lollipops erinnernd), die Wandverkleidungen, Verfliesungen an der Bar, Tischplatten, eingebaute Sitze um ein gedrungenes, spielzeughaftes Ambiente zu erzeugen – so entstand eine kindliche Atmosphäre mit einem Hauch von Eskapismus.

Sanfte Pastelltöne vermischen sich mit dem Glanz der Fliesen, mit Leder, Jugendstiltapeten und mit Hochglanz lackierten Flächen. Farben wiederholen sich ständig um einen visuellen Zusammenhang zu erzeugen. Spiegel an den Wänden sind kreisrund und wechseln mit ebensolchen – an Drops erinnernden – kreisrunden, mit Stoff gepolsterten Scheiben. Die raumhohe Verglasung an der Eingangsfront wurde erhalten und mit vier Meter Raumhöhe ergab sich genügend Spielraum, um Vertikalität zu betonen. So wirkt die Bar (in Rosatönen) im Eingangsbereich leicht überdimensioniert und in die Höhe gezogen und der Besucher gerät automatisch in eine Miniaturwelt, die an Puppenhäuser erinnert. 

Um die maximale Sitzplatzzahl zu erhalten, ist die Küche in den hinteren Bereich auf eine neue Mezzaninebene verlegt. Darunter befinden sich eher intimere und auch farblich dunkler gehaltene Bereiche, die zum Cocooning anregen.

Text: Peter Reischer
Fotos: Ruth Maria Murphy