Die neue Flächengestaltung

Flächen rhythmisieren und Räume proportionieren mit Fliesen

Fliesen im XL- und XXL-Format sind weiterhin ein starkes Thema im Interior Design. Parallel entdeckt die Innenarchitektur momentan kleinere und mittelgroße Formate neu – insbesondere im Bereich der Wandfliesen.

Denn die neue Vielfalt an Formaten ergibt ein riesiges Potenzial für die individuelle Gestaltung von Wand und Boden. In Verbindung mit verschiedensten Verlege-Anordnungen erlangt das Zusammenspiel von Fliesenformat und Fugenmuster eine neue gestalterische Bedeutung. Das Resultat: Eine Gesamtkomposition“, die eine verblüffend große Ausdruckskraft entfaltet.

Die Kunst der Fuge

Das I-Tüpfelchen gefliester Flächen ist die Gestaltung der Fugen oder auch: mit der Fuge. Eine harmonische, Ton-in-Ton auf die Fliese abgestimmte Fuge schafft optisch homogene Flächen und eine großzügige Raumwirkung. Verstärken lässt sich dieser Effekt, wenn die Fugen möglichst schmal gehalten sind. Fugen, die deutlich heller bzw. dunkler als die Fliesen sind, betonen dagegen Verlegemuster und Fliesenformat. Mit Kontrastfugen wirken Wand- oder Bodenflächen lebendig, unter Umständen aber auch unruhig. Holzdekore erzielen eine besonders authentische Wirkung, wenn die Fugen einige Nuancen dunkler als der Holzton der Fliese gehalten sind.

Steuler – Serie „Capa“. Foto: Steuler

Weitere Informationen rund um die Fliese unter www.fliesenverband.de.

Klassisch-Reduziert: Der Fugenschnitt

Die Verlegung im klassischen Fugenschnitt, auch „Kreuzfuge“ genannt, war jahrzehntelang der „Normalfall“. Das Zusammenspiel von Fliese und Fuge ergibt ein streng geometrisches, klares Fugenraster – das heute bewusst als Gestaltungsmittel für architektonisch klare Raumkonzepte eingesetzt werden kann. Den Schrecken des berühmt-berüchtigten „Schlachthauseffekts“ verhindern Ton-in-Ton auf die Farbe der Fliese abgestimmte Fugen sowie ein schmales Fugenbild.

Agrob Buchtal – Serie „Toblin“. Foto: Agrob Buchtal

Formatmix, versetzter Verband & Wand-/Bodenkonzepte

Bei Wandfliesen dominieren Rechteckformate, die in verschiedensten Verlegemustern angeordnet werden können. Lebendige Effekte erzielt der versetzte Verband – dessen Wirkung noch dynamischer wird, wenn verschiedene Formate in Reihen eingesetzt werden. Bei Wand- Bodenkonzepten erzielt der Einsatz von Vollformat- oder Schnittdekoren sowie ein Farb- und Formatwechsel lebendige Akzente und schafft durch die einheitliche Materialoberfläche zugleich eine harmonische Raumwirkung 

Villeroy & Boch Fliesen, Serie „Atlanta“. Foto: V&B Fliesen

Raumproportionen gestalten mit Querformaten

Rechteckformate strecken in horizontaler Verlegung Flächen in die Breite und können somit ganze Räume optisch „weiten“. Umgekehrt erhöhen hochkant verlegte Querformate die Deckenhöhe optisch. Beide Aspekte sind bei der Planung kleiner Bäder interessant, weil dadurch ganz gezielt ungünstige Raumproportion optimiert werden können. Und beides kann bei der Beratung von Bauherren berücksichtigt werden, die ein „fugenloses Bad“ favorisieren. 

Agrob Buchtal, Serie „Evalia“, verlegt im versetzten Verband. Foto: Agrob Buchtal

Akzente setzen: Flächenbelebung mit Schnittdekoren

Zu zahlreichen Fliesenserien bieten Hersteller sogenannte Schnittdekore an, die farblich und bezüglich ihres Oberflächendesigns harmonisch abgestimmt sind auf die Optik der jeweiligen Grundfliesen. Schnittdekore gibt es sowohl aus Steinzeug als auch aus Feinsteinzeug – letztere eignen sich auch für den Einsatz am Boden. Durch das Fugenraster lassen sich Wand- und Bodenflächen gliedern oder Funktionsbereiche im Bad akzentuieren. 

Villeroy & Boch Fliesen, Serie „Bellagio“). Foto: V&B Fliesen